Fußball und die letzten Tage mit Philipp

Fußball und die letzten Tage mit Philipp

Heute morgen hat sich Philipp um ca. 5 Uhr in einen Express Bus zum Internationalen Flughafen nach Incheon gesetzt und somit seinen 10 tätigen Aufenthalt in Süd-Korea beendet. In dem Moment wo ich diesen Artikel schreibe befindet er sich irgendwo über Russland auf einer Höhe von 10km mit einer Geschwindigkeit von fast 900km/h, noch knapp 8 tausend Kilometer entfernt von zuhause. 

Wörter können nicht beschreiben wie dankbar ich bin, dass ich so tolle Freunde habe! Nicht nur das sich Philipp für 11 Stunden in ein Flugzeug gesetzt hat um meine neue Welt kennenzulernen, auch alle meine anderen Freunde die noch in Deutschland sind fragen mich regelmäßig ob alles gut ist, wie das Leben hier so ist und was ich so mache. Ich kann niemals genug Danke sagen für die tollen Menschen mit denen ich mich umgeben darf.

Aber jetzt genug Melancholie, wer sich dafür interessiert was wir alles zusammen in Korea erlebt haben sollte (wenn ihr es nicht schon gemacht habt) auf Philipps Blog nachlesen. Er hat jeden Tag etwas geschrieben.

Ich werde diesen Artikel nur auf die letzten paar Tage beschränken, da ich einfach die Zeit genießen wollte und nicht alle 5 Minuten Notizen machen wollte.

Ich fange am Sonntag an, wo für die deutsche Nationalmannschaft die Fußball (oder wie wir Fußball Experten sagen: Fußi) Weltmeisterschaft begonnen hat. Außerdem war das der erste Tag, an dem Philipp Alkohol trinken konnte, da er die letzte Woche Medizin nehmen musste. Für uns also zwei legitime Gründe um vor dem Spiel noch einmal zum nächsten Mini Supermarkt zu gehen und genug Bier zu kaufen, um darin baden zu können (wieder einmal nicht zwangsläufig eine meiner besten Ideen, aber dazu später mehr). 

Vor dem Spiel haben wir noch Ramen gegessen, das sind koreanische Nudelsuppen. Um 24 Uhr Ortszeit ging es dann endlich los. Zu dem Spiel selber muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen. Meiner Meinung nach zu wenig Müller und eine sehr unkoordinierte Mannschaft. Mexico verdient gewonnen. Wer es bis hierhin noch nicht gemerkt hat, ich habe maximal wenig Ahnung von Fußball! Ich kenne die Regeln und die bekanntesten Spieler, aber wenn es um Taktik geht, bin ich so aufgeschmissen wie ihr es wahrscheinlich sein würdet, wenn ihr versucht in einem koreanischen Restaurant Essen zu bestellen. Nach dem Spiel haben wir noch auf der Straße einen Amerikaner kennengelernt und mit ihm und meiner französischen Mitbewohnerin ein paar mehr Bier getrunken und uns über das Leben in Korea unterhalten. Für den folgenden Tag (Montag) hatten wir bewusst noch nichts geplant, außer am Abend das Spiel der koreanischen Nationalmannschaft zu gucken. Ich wusste jedoch nicht, dass ich den ganzen Rest des Tages nicht zu gebrauchen bin. Eventuell habe ich sehr viel Bier getrunken und das Ganze mit etwas Soju und Reiswein abgerundet. Es war also auf keinen Fall ein angenehmes erwachen am Montag.

Als ich es am Abend doch noch geschafft habe aus meiner Wohnung zu kommen, haben wir uns in Philipps Hostel getroffen, wo die Betreiber des Hostels ein kleines Public Viewing organisiert haben. Es gab Bier, wo ich aus welchen Gründen auch immer keine Lust darauf hatte und auf einer großen Leinwand konnten wir zusammen mit vielen Koreanern das Spiel „Korea gegen Schweden“ gucken. Vor dem Spiel ist uns eine Gruppe junger Koreanerinnen aufgefallen, die sich dabei gestreamt haben, wie sie irgendwas essen. Ich meinte aus Spaß: „Das ist locker eine K-Pop Girl Group“. Wie sich am nächsten Tag herausstellte, sind sie wirklich eine Girl Group. Zwar keine bekannte (oder gute), aber immerhin.

Koreaner sind beim Fußball gucken ein sehr interessantes Volk. Bei jeder kleinsten Möglichkeit schreit so gut wie jeder im Raum sehr laut „Ooooohhh!“, was Philipp und ich als sehr interessant aufgefasst haben. 

Leider verlief das Spiel der Koreaner ähnlich bescheiden wie das der Deutschen, somit war kurz nach Abpfiff auch schon die ganze Dachterrasse wieder leer. Philipp und ich sind dann noch einmal zum nächsten Mini Supermarkt gegangen. Ich hatte den ganzen Tag auf Grund von Magenproblemen nicht viel gegessen und wollte unbedingt einen Burger essen. Im CU (Mini Supermarkt) fand ich einen Mikrowellen Burger für umgerechnet ca. 2€. Zu meiner Überraschung war dieser Burger jedoch besser als die meisten normalen Mc Donalds Burger!

Für Philipps letzten Tag hatten wir geplant und den Seoul Forrest Park und das Common Ground Einkaufzentrum anzusehen. 

Genau wie geplant taten wir das auch. Der Soul Forrest Park ist ein recht großer Park auf der Nordseite des Han Flusses. Kurze Randnotiz zu Koreanern, sie schwitzen fast nie! Das Wetter war ziemlich warm und drückend also waren wir zwei Deutschen das absolute Gegenteil eines nicht schwitzenden Koreaners. Wenn Handventilatoren für viele Europäer merkwürdig aussehen (die hier fast jeder Besitzt), hätte ich in dieser Situation fast für einen getötet! Als wir uns am Common Ground Einkaufszentrum dann mit meiner Freundin getroffen haben ging es zum Glück wieder. 

Das Einkaufszentrum wurde komplett aus Schiffscontainern gebaut und beinhaltet mehrere Klamotten-Geschäfte, Restaurants und einen Alltagsgegenstand Laden. Etwas kleiner als erwartet, also machten wir uns auf der Suche nach einem Restaurant. Da ich mit Philipp noch kein frittiertes Huhn gegessen habe seit er hier ist wollte wir unbedingt Chicken essen gehen. Haneul hat ein gutes Restaurant gefunden wo wir fast 1,5 Stunden versucht haben zwei große Portionen aufzuessen. Erfolglos. Zum Abschluss unseres Aufenthaltes in Gwangjin-Gu gingen wir noch eine ein Spielhalle, die fast schon Japanisch war und in einen VR Raum. In der Spielhalle haben wir ein paar Spiele gespielt, die ziemlich sicher alle aus Japan kommen und in der VR Halle konnten wir mit der hoch modernen HTC Vive Brille ein paar Spiele in virtueller Realität ausprobieren. Wir waren uns jedoch einig, dass VR Brillen noch ein paar Jahre brauchen, bis es Spiele gibt die das System wirklich nutzen können. Bislang sind die meisten Spiele ganz nett für 1-2 Stunden, aber einen Preis von bis zu 600€ rechtfertigt das leider nicht. 

Als wir uns von Haneul verabschiedet haben und wieder in Seocho waren, kaufte ich Philipp noch einen letzten Eistee, etwas Süßigkeiten und verabschiedete ihn in seinem Hostel.

Ich hoffe er kommt gut nach Deutschland zurück. Auch wenn ich meine Zeit hier sehr genieße, freue ich mich schon sehr darauf wieder mit meinen Freunden in Deutschland den ein oder anderen Jägermeister zu trinken. Philipp, Lukas, Sascha, Daniel und Tim, macht also mal besser im Oktober bereit rein! 

 

PS.: Das Gleiche gilt natürlich auch für meine Familie, aber ich denke das ist selbstverständlich!

PPS.: Ich habe das Fotografieren wieder einmal Philipp überlassen, also schaut euch einfach seinen Blog oder Instagram an.

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